| Title | Pnin
Roman |
|---|---|
| Author | Vladimir Nabokov; dt.v. Dieter E. Zimmer |
| Publication | Rowohlt |
| Size | 297p |
| Language | GER |
| ISBN | 3499137526 |
| Topics |
American fiction--Translated into German Immigrants--Fiction |
| Notes | Professor Pnin gilt am provinziellen College von Waindell im Staat New York, je nach Ansicht, als rührend altmodischer Gelehrter, akademisches Original, europäisches Kleinod oder als unmöglicher Kauz. In seinen kaum besuchten Kursen lehrt er Russisch und russische Literatur, seine – im Amerika des kalten Krieges nutzlose – Muttersprache. Sein Leben sieht Professor Pnin vorwiegend gekennzeichnet von Verlusten. Er verlor als Jugendlicher kurz hintereinander seine beiden sehr geliebten Eltern, bald darauf seine geliebte Heimat an die Bolschewiki, seine große Jugendliebe an die Mörderhände der SS im Holocaust, seine neuen Zufluchten, Prag und Paris, an die einmarschierende Wehrmacht und die Liebe seiner Frau Lisa schließlich auf dem Schiff, das ihn 1940 nach Amerika bringt, an einen anderen, smarteren Mann. Professor Pnin ist ein Verlierer und ein Verlorener, in vielfältiger Art entwurzelt und bleibt in Amerika stets ein Fremdkörper, auch wenn er die neue Staatsbürgerschaft nach vielen Jahren mit nur einem Nansen-Pass stolz und freudig annimmt. Mit der amerikanischen Kultur, oder, wie er es begreift, dem gänzlichen Fehlen von Kultur, kommt er nur mühsam zurecht. Er erlernt die englische Sprache nur schwer und so unvollkommen, dass er auch nach Jahren für die Formulierung seiner Vorlesungen die Hilfe eines Assistenten benötigt. Nach mehr als einer Dekade ist es ihm noch immer nicht gelungen, sich in Amerika ein Zuhause zu schaffen, auch nicht in Waindell, weil er sich offenbar in der neuen Welt nicht zuhause fühlt. So wird Waindell zu Beginn des Buches als „universitärer Unterschlupf“ bezeichnet. Ein durchgängiges Motiv des Romans sind die Fortschritte Pnins, sich in Amerika häuslich einzurichten. Er wohnt zunächst in Lehrkörperwohnheimen oder zur Untermiete. Zaghaft versucht er, in einer ehemaligen Rumpelkammer der Universität ein eigenes Büro zu seinem bescheidenen, aber privaten Kabinett seiner Gelehrsamkeit einzurichten, es zu „pninisieren“. Durch einen bald darauf dort ebenfalls einquartierten und Pnin zutiefst unsympathischen Professor aus Österreich und dessen Hund wird dieser Versuch zunichtegemacht. Privat gelingt es ihm allmählich, das zunächst ganz unsentimentale Untermietverhältnis in das eines Hausgastes mit Familienanschluss zu überführen, bis die Tochter seiner Vermieter nach ihrer gescheiterten Ehe wieder zuhause einzieht – für Pnin ein neuer Verlust. Nach einem unbefriedigenden Intermezzo als Untermieter bei zwei greisen Brüdern schafft er endlich den Sprung und schafft sich ein Heim. Er wird Herr seines eigenen Häuschens, nur um auf seiner Einweihungsparty zu erfahren, dass der Direktor seines Lehrstuhls Waindell zu verlassen gedenkt und sein Nachfolger ausgerechnet N. ist. Da Pnin aus persönlichen Gründen jegliche Zusammenarbeit mit oder besser unter N. ablehnt, muss er seine Stellung am College aufgeben und sich anderswo um einen Lehrauftrag bemühen. Professor Pnin ist wieder heimatlos. [wikipedia] |